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Zwei-Faktor-Authentifizierung

Was ist TOTP? So funktionieren Authenticator-Codes — und so nutzen Sie unseren Generator

29. Juli 2026 · 12 Min. Lesezeit

Wenn Sie schon einmal Google Authenticator, Authy, 1Password oder Apple Passwords geöffnet und einen sechsstelligen Code eingegeben haben, der alle 30 Sekunden wechselt, haben Sie TOTP genutzt — Time-based One-Time Password.

TOTP ist die gängigste App-basierte 2FA. Stärker als SMS gegen viele Alltagsbedrohungen, schwächer als Passkeys gegen Echtzeit-Phishing — und trotzdem Standard-Zweitfaktor bei unzähligen Diensten.

Dieser Guide erklärt, was TOTP wirklich ist, wie Codes berechnet werden, wie der TOTP-Generator & QR-Tester von passwords.lu funktioniert, und in welchen Situationen ein clientseitiges Toolkit hilft — ohne Passwortmanager oder Authenticator-Tresor zu sein.

Was ist TOTP?

TOTP bedeutet Time-based One-Time Password. Offener Standard (RFC 6238) auf Basis von HOTP (RFC 4226).

Einfach gesagt: Sie und eine Website teilen ein Geheimnis. Beide Seiten kombinieren es mit der aktuellen Zeit zu einem kurzen Zahlencode. Stimmt der Code, besitzt der Nutzer das Geheimnis — typischerweise in der Authenticator-App.

Anders als ein statisches Passwort gilt jeder Code nur kurz (meist 30 Sekunden). Anders als SMS entsteht der Code auf dem Gerät und läuft nicht über das Mobilfunknetz.

Wie TOTP-Codes berechnet werden

Technisch läuft es so:

  1. 1

    Enrolment

    Der Dienst erzeugt ein Zufallssecret (oft Base32) und zeigt es als QR mit otpauth://totp-URI.

  2. 2

    In die App scannen

    Sie scannen den QR; die Authenticator-App speichert das Secret lokal auf Ihrem Gerät.

  3. 3

    Zeitzähler ableiten

    Beim Login liest die App die Unix-Zeit, teilt durch die Periode (meist 30 s) und erhält einen Zähler.

  4. 4

    Code berechnen

    HMAC (oft SHA-1, zunehmend SHA-256) über Secret und Zähler, dann Kürzung auf 6 oder 8 Stellen.

  5. 5

    Server prüft

    Der Server rechnet dasselbe. Bei Match — manchmal auch t−1/t+1 wegen Uhrdrift — sind Sie drin.

Deshalb zählt Uhrensync. Und deshalb zeigen zwei Apps mit demselben Secret immer dieselben Ziffern.

Was steckt in einem Setup-QR?

Typischerweise eine otpauth://totp-URI mit:

  • Geteiltes Secret (Base32)
  • Aussteller (z. B. GitHub, AWS)
  • Kontoname (E-Mail oder Benutzer)
  • Optionaler Algorithmus (SHA-1, SHA-256, SHA-512)
  • Optionale Stellen (6 oder 8)
  • Optionale Periode (oft 30 Sekunden)

Wer den QR fotografiert, kann dieselben Codes erzeugen. Behandeln Sie ihn wie ein Passwort.

Hinweis: Google-Authenticator-Multi-Account-Exports nutzen otpauth-migration://. Einzelne otpauth://totp-Enrolment-QRs sind der Normalfall.

TOTP vs. SMS vs. Passkeys

Nicht jeder Zweitfaktor ist gleichwertig.

  • SMS-OTP: bequem, aber SIM-Swap- und Abhörrisiko.
  • TOTP: offlinefähig, weit verbreitet, aber in Echtzeit phishbar.
  • Passkeys / FIDO2 / Hardware-Keys: phishing-resistenter, an die echte Site gebunden.

Praxis: Manager oder Passkeys im Alltag; TOTP wo angeboten; Recovery-Codes offline; nie nur SMS für kritische Konten.

Was das passwords.lu-TOTP-Tool ist (und nicht ist)

Ein privacy-first, clientseitiges Toolkit: Secrets erzeugen, QR bauen, Bilder dekodieren, Codes prüfen — im Browser.

Nichts wird hochgeladen. Web Crypto.

Kein Passwortmanager, kein Authy-Ersatz. Für Papier-Backup, Desktop-only, QA, Uhrdrift und Offline-QR-Prüfung.

So nutzen Sie den TOTP-Generator

Öffnen Sie das Tool und wählen Sie einen der drei Modi.

1. Erzeugen — neues Secret und QR

Wenn Sie selbst ein TOTP-Setup anlegen (Labor, Self-Hosting, Testkonto).

  1. 1

    Aussteller und Kontobezeichnung eingeben.

  2. 2

    Secret-Länge, Algorithmus, Stellen, Periode wählen. Neu: SHA-256; Kompatibilität: SHA-1.

  3. 3

    Neues Secret erzeugen — QR, Base32, URI und Live-Code erscheinen.

  4. 4

    Optional: Recovery-Blatt, Kopieren, otpauth:// öffnen, PrivateNote.

  5. 5

    Danach alles löschen.

Zeigt die Website bereits ihren Enrolment-QR, lieber dekodieren statt ein zweites Secret zu erfinden.

2. Dekodieren — bestehenden QR prüfen

Wenn ein Dienst den Setup-QR bereits gezeigt hat.

  1. 1

    Screenshot hochladen, einfügen oder Kamera — lokal.

  2. 2

    Issuer, Konto, Algo, Stellen, Periode, Secret prüfen.

  3. 3

    Recovery-Blatt oder Cold Storage.

  4. 4

    Optional an Tester senden.

Beste Reihenfolge bei „QR nur einmal“: erst dekodieren und sichern, dann Handy enrolen.

3. Testen — Codes und Uhrdrift

Mit Base32-Secret oder otpauth://-URI Codes prüfen.

  1. 1

    Secret oder URI einfügen.

  2. 2

    Aktuellen, vorherigen (t−1) und nächsten (t+1) Code beobachten.

  3. 3

    Telefoncode eingeben — Match bei t−1/t+1 bedeutet Uhrskew.

  4. 4

    Prüffenster bei Bedarf anpassen.

Die meisten „ungültigen Codes“ sind Uhrprobleme.

Anwendungsfälle im Detail

Wann sich ein lokales TOTP-Toolkit lohnt.

Wenn der Setup-QR nur einmal erscheint

Kritische Konten zeigen den QR oft nur einmal; Apps verbergen danach den Rohsecret.

Bevor Sie das Telefon enrolen: auf passwords.lu Dekodieren öffnen, QR laden, Blatt drucken oder Base32 offline speichern — dann scannen.

Offizielle Recovery-Codes des Dienstes zusätzlich behalten.

2FA einrichten, wenn kein Telefon da ist

Nicht jedes Enrolment hat ein Handy zur Hand.

Screenshot → Dekodieren → Secret → Codes mit Tester auf dem Desktop.

Custom-TOTP-Parameter im Staging prüfen

8 Stellen, SHA-256, 60-s-Perioden, DB-Resets — Telefon neu enrolen ist langsam.

Wegwerf-Seeds erzeugen, otpauth:// kopieren, t−1/t+1 testen, danach löschen.

Abgelehnte Codes diagnostizieren, die trotzdem stimmen

Oft stimmen die Ziffern — die Uhren nicht.

Secret in Tester, Telefoncode eingeben. t−1/t+1 = Drift; kein Match = falsches Secret/Algo/Stellen.

Einen QR verstehen, bevor Sie den Authenticator wechseln

Blind migrieren riskiert Aussperrung.

Enrolment-QR offline dekodieren. Einzelne otpauth://totp voll unterstützt; Google-Multi-Account-Exports erkannt, noch nicht entpackt.

Sicherheitspraktiken

  • Passkeys/Hardware-Keys für die wichtigsten Konten bevorzugen.
  • Backups wie Passwörter schützen — nie Klartext in Chat/Mail.
  • Setup-QR nicht öffentlich fotografieren.
  • Nur clientseitige Decoder nutzen.
  • Zwischenablage nach dem Kopieren leeren.
  • TOTP stoppt kein Echtzeit-Phishing.

FAQ

Ist TOTP dasselbe wie 2FA?

TOTP ist eine 2FA-Methode. SMS, Push und Passkeys sind andere.

Zwei Apps, ein Secret?

Ja — gut für Redundanz, aber mehr Kopien bedeuten mehr Risiko.

Warum SHA-256 für neue Secrets?

Modern für neue Setups. Viele Dienste erwarten noch SHA-1; fehlender Algo in der URI bedeutet konventionell SHA-1.

Speichert passwords.lu Secrets?

Nein. Alles bleibt im Browser.

Ersatz für den Authenticator?

Nein im Alltag. Ja für Backup, Prüfung, Desktop-only, Tests und Diagnose.

Kernpunkte

  • TOTP = geteiltes Secret + Zeit → Kurzcode.
  • Setup-QR enthält das Secret.
  • Passkeys > TOTP gegen Phishing; TOTP > SMS.
  • passwords.lu arbeitet lokal — kein Tresor.
  • Stärken: Offline-Backup, Desktop-only, QA, Uhrdrift, QR-Inspection.

Fazit

Authenticator-Codes sind kein Zauber: Secret plus Uhr, gehasht und gekürzt.

Alltag: Authenticator oder Passwortmanager. Spezialfälle: TOTP-Generator von passwords.lu — privat, lokal, ohne Upload.

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